Am Sonntag, den 24. Mai 2026, beginnt das Hauptfeld der French Open in Paris. Das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres lockt wieder tausende Fans auf das Gelände von Roland Garros und bietet spannende Matches auf dem roten Sand. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu den French Open 2026, von den Favoriten über die Übertragung bis hin zum Preisgeld.
Ausgangslage: Wer spielt, wer fehlt?
Der große Abwesende im Herren-Einzel ist der Titelverteidiger Carlos Alcaraz. Der Spanier muss aufgrund einer Verletzung passen, was die Konkurrenz um den Titel neu ordnet. Auch der italienische Sandplatzspezialist Lorenzo Musetti und der Däne Holger Rune, der sich einen Achillessehnenriss zugezogen hat, werden nicht an den Start gehen. Bei den Damen hingegen ist die gesamte Weltspitze am Start, darunter die amtierende Champion Coco Gauff, die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka und die ehemalige Nummer eins Iga Swiatek. Das verspricht ein hochkarätiges Turnier der Frauen, bei dem jede der Top-Spielerinnen Chancen auf den Titel hat.
Die French Open, die seit 1925 international ausgetragen werden, sind das bedeutendste Sandplatzturnier der Welt. Der rote Sand von Roland Garros stellt besondere Anforderungen an die Spieler: Er ist langsamer als Rasen oder Hartplatz, erfordert eine außergewöhnliche Beinarbeit, eine gute körperliche Verfassung und taktische Geduld. Vor allem die langen Ballwechsel und die hohe Sprungkraft des Balls prägen das Spiel. In der Geschichte haben sich Legenden wie Rafael Nadal, der mit 14 Titeln Rekordsieger ist, Chris Evert, Björn Borg oder Steffi Graf in die Siegerliste eingetragen. Nadal, der 2024 zurückgetreten ist, wird in diesem Jahr bei einer Zeremonie geehrt werden.
Favoriten im Herren-Einzel
Im Herren-Wettbewerb führt kaum ein Weg an Jannik Sinner vorbei. Der Italiener, der 2025 bereits drei Matchbälle auf den Titel in Paris hatte, gilt als absoluter Topfavorit. Seine Konstanz auf Sand, kombiniert mit einer starken Grundlinie und verbesserten Aufschlägen, macht ihn zum Gejagten. Der erste Herausforderer dürfte Alexander Zverev sein, der in den letzten Jahren sowohl bei den French Open als auch auf anderen Sandplätzen starke Leistungen gezeigt hat. Zverevs Aufschlag und seine Vorhand sind gefürchtete Waffen, doch er muss seine mentale Stärke unter Beweis stellen, um den ersten Grand-Slam-Titel zu gewinnen.
Hinter den Chancen von Novak Djokovic stehen einige Fragezeichen. Der Serbe, der 2023 den Titel in Paris holte, hat in der laufenden Saison mit Formschwankungen zu kämpfen. Dennoch darf man ihn aufgrund seiner Erfahrung und seiner außergewöhnlichen Spielintelligenz nie abschreiben. Djokovic kann auf eine beeindruckende Bilanz in Roland Garros zurückblicken, darunter drei Titel (2016, 2021, 2023). Ein weiterer Außenseiter ist Casper Ruud, der mit seinen Auftritten beim Rom-Turnier wieder an alte Stärken anknüpfte. Der Norweger stand 2022 und 2023 im Finale der French Open, verlor aber gegen Nadal und Djokovic. Seine Topspin-Vorhand und sein taktisches Geschick sind auf Sand besonders effektiv. Auch der junge Spanier Carlos Alcaraz, wäre er fit, hätte zu den Favoriten gezählt – doch sein Fehlen öffnet die Tür für andere.
Weitere mögliche Überraschungskandidaten sind der Deutsche Daniel Altmaier, der mit seinem kämpferischen Stil schon mehrfach Topspieler geärgert hat, und der Italiener Lorenzo Musetti, der jedoch ebenfalls nicht dabei ist. Die Sandplatzsaison zeigt Jahr für Jahr, dass die French Open ihre eigenen Gesetze haben: Spieler, die auf Hartplatz dominieren, tun sich oft schwer, auf Sand ihr Spiel umzustellen.
Favoriten im Damen-Einzel
Bei den Frauen ist die Favoritenrolle breiter verteilt. Titelverteidigerin Coco Gauff kommt langsam wieder in Form, nachdem sie Anfang 2026 einige Rückschläge hinnehmen musste. Ihre Athletik und ihr druckvolles Grundlinienspiel sind auf Sand ein großer Vorteil, doch ihre Aufschläge sind manchmal zu unbeständig. Als erste Favoritin gilt dennoch Aryna Sabalenka, die Weltranglistenerste. Die Belarussin hat in diesem Jahr bereits drei Turniere gewonnen, darunter Miami und Stuttgart. Sie spielt kraftvoll und aggressiv, kann aber gelegentlich durch Eigenfehler aus dem Rhythmus kommen. Sabalenka hat sich in den letzten Jahren zu einer der dominantesten Spielerinnen auf der Tour entwickelt.
Kann Iga Swiatek noch einmal zur Verfassung der frühen Jahre zurückfinden? Die Polin gewann 2020, 2022 und 2023 die French Open, kämpft aber seit Mitte 2024 mit Formschwankungen. Auf Sand ist sie immer gefährlich, denn ihr extrem spinreicher Vorhand-Topspin ist auf diesem Belag besonders effektiv. Swiatek hat ein Händchen dafür, lange Ballwechsel zu dominieren und ihre Gegnerinnen in die Defensive zu drängen. Eine weitere Kandidatin ist Elina Svitolina, die Ukrainerin, die sich in den letzten Jahren zurückgekämpft hat und erstmals bei einem Grand Slam weit kommen will. Sie verfügt über eine hervorragende Beinarbeit und eine starke Rückhand, die ihr auf Sand Vorteile bringt.
Nicht zu vergessen sind die aufstrebenden jungen Spielerinnen wie die Russin Mirra Andreeva oder die Tschechin Linda Noskova, die beide bereits auf Sandturnieren überzeugen konnten. Die French Open der Damen sind traditionell offener als die der Herren, da die Spielstärke weniger auseinanderklafft. In diesem Jahr könnte es zu einer Überraschung kommen – vielleicht schafft eine Qualifikantin den Durchbruch, wie es 2017 Jelena Ostapenko gelang.
TV-Übertragung und Livestream
Wer die French Open 2026 live verfolgen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Eurosport überträgt die Matches im deutschen Fernsehen, sowohl auf Eurosport 1 als auch auf Eurosport 2. Das Programm beginnt täglich um 11:00 Uhr mit den Matches auf den Show-Courts. Im Livestream können Tennisfans die Partien auf der Plattform HBO Max sehen, die exklusiv alle Spiele ab 2025 überträgt. HBO Max bietet neben der Live-Übertragung auch Zusammenfassungen, Highlights und Analysen an. Damit sind die Fans bestens versorgt, egal ob sie am Fernseher oder unterwegs auf dem Smartphone zugreifen.
Die Berichterstattung im Radio und in den sozialen Medien ergänzt das Angebot. Auf Twitter, Instagram und Facebook werden unter den Hashtags FrenchOpen und RolandGarros regelmäßig Updates gepostet.
Die Auslosung: Termin und Bedeutung
Die Auslosung für das Turnier 2026 findet am Donnerstag, den 21. Mai 2026, um 12:00 Uhr im Stade Roland Garros statt. Sie wird live auf Eurosport und HBO Max übertragen. Die Auslosung entscheidet über die Setzliste und die möglichen Begegnungen der ersten Runde. Bei den Herren sind die Topfavoriten wie Jannik Sinner oder Novak Djokovic an Positionen 1–4 gesetzt. Bei den Damen ist Aryna Sabalenka die Nummer 1, gefolgt von Coco Gauff, Iga Swiatek und Elina Svitolina. Eine schwierige Auslosung kann bereits in der ersten Runde für Überraschungen sorgen. Oft treffen junge Wildcard-Starter oder Qualifikanten auf die großen Namen, was unberechenbare Ergebnisse hervorbringt.
Die Auslosung ist auch ein Gradmesser für die Turnierorganisation. Die French Open sind das einzige Grand-Slam-Turnier, das eine fünfte Runde für die letzten Matches an einem Mittwoch ansetzt – eine Besonderheit, die den Spielplan logistisch anspruchsvoll macht. Die Spiele auf dem Court Philippe-Chatrier, dem Centre Court, sind immer ein Highlight. Dort werden die Finals ausgetragen. Der Court Suzanne Lenglen und der Court Simonne Mathieu bieten ebenfalls erstklassige Tennisatmosphäre.
Preisgeld: Was gibt es zu gewinnen?
Das Preisgeld bei den French Open 2026 wurde im Vergleich zum Vorjahr leicht angehoben. Im Einzel erhalten die Sieger und Siegerinnen jeweils 2.800.000 Euro, die Finalisten 1.400.000 Euro. Die Halbfinalisten bekommen 750.000 Euro, die Viertelfinalisten 470.000 Euro. Bereits das Erreichen des Achtelfinals belohnt die Spieler mit 285.000 Euro, die dritte Runde bringt 187.000 Euro, die zweite Runde 130.000 Euro und die erste Runde 87.000 Euro. Die Prämien im Doppel sind geringer, aber ebenfalls attraktiv: Die Sieger erhalten 800.000 Euro pro Team. Insgesamt schütten die French Open 2026 mehr als 55 Millionen Euro an Preisgeldern aus, wobei die Verteilung auf Einzel, Doppel, Mixed und Qualifikation erfolgt.
Das Preisgeld ist nicht nur eine finanzielle Belohnung, sondern auch ein Anreiz für die Spieler, sich durch die harte Qualifikation zu kämpfen. Die Qualifikation findet vom 18. bis 22. Mai statt, der Sieger der Quali erhält 60.000 Euro. Diese Summen unterstreichen die Bedeutung des Turniers als eines der prestigeträchtigsten der Tenniswelt. Viele junge Spieler träumen davon, in Paris ihren Durchbruch zu schaffen und das Preisgeld zu nutzen, um ihre Karriere voranzutreiben. Die French Open sind zudem das Turnier mit den meisten Zuschauern in Europa – mehr als 500.000 Fans besuchen das Gelände jedes Jahr.
Die Vorbereitungen in Paris laufen auf Hochtouren. Das Stadiongelände umfasst 18 Sandplätze, darunter die drei Hauptcourts. Der Court Philippe-Chatrier verfügt seit 2020 über ein Dach und eine Beleuchtungsanlage, sodass auch bei Regen oder in den Abendstunden gespielt werden kann. Die Verwendung des roten Sands aus der Region von Saint-Gervais ist eine jahrzehntealte Tradition – der Sand wird jedes Jahr erneuert und fein profilisiert, um eine optimale Sprunghöhe zu gewährleisten.
Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist die geplante Ehrung von Rafael Nadal, der nach seinem Karriereende 2024 noch einmal auf den Court kommen wird. Nadal, der mit 14 Titeln Rekordsieger der French Open ist, wird am Rande des Turniers eine öffentliche Tribute-Veranstaltung erhalten. Zudem wird eine Statue auf dem Gelände enthüllt, die an seine Erfolge erinnern soll. Auch die ehemalige Siegerin Justine Henin wird erwartet – sie gewann das Turnier viermal.
Der Sandplatz-Spezialist Jannik Sinner zeigte sich bei einem Pressegespräch in Rom zuversichtlich: „Ich habe 2025 so nah dran war, dass es wehtat. Dieses Jahr bin ich bereit, den letzten Schritt zu machen. Paris ist mein Ziel, und ich fühle mich mental stärker als je zuvor. Meine Vorbereitung war hervorragend, ich habe in Monaco auf Sand trainiert und bin optimal vorbereitet.“ Seine Konkurrenten werden versuchen, ihm den Traum zu nehmen. Alexander Zverev erklärte: „Sinner ist der Favorit, aber im Tennis kann an einem Tag alles passieren. Ich freue mich auf das Duell mit ihm, wenn es dazu kommt. Ich habe gute Erinnerungen an Paris – ich war 2024 im Halbfinale und fühle mich auf dem Sand wohl.“
Bei den Frauen kündigte Aryna Sabalenka an: „Ich werde aufschlagen wie eine Furie und meine Power einsetzen. Der Sand ist meine zweitbeste Unterlage, aber ich habe hart gearbeitet, um meine Rückhand zu verbessern. Ich will den Titel in Paris – der fehlt mir noch in der Sammlung.“ Coco Gauff entgegnete: „Ich liebe Sand, ich liebe Frankreich, und ich werde alles geben, um meinen Titel zu verteidigen. Es wird eine großartige Atmosphäre sein, und ich hoffe auf viele Zuschauer, die mich unterstützen.“ Auch Iga Swiatek hofft auf eine Wiederholung ihrer Glanztaten: „Ich kenne die Wellen des Erfolgs. Manchmal muss man Niederlagen einstecken, um stärker zurückzukommen. Die French Open sind mein Lieblingsturnier, und ich werde bis zum letzten Ball kämpfen.“
Die ersten Matches beginnen am 24. Mai um 11:00 Uhr. Der Turnierplan sieht vor, dass die Finals der Damen am Samstag, den 6. Juni, und der Herren am Sonntag, den 7. Juni, ausgetragen werden. Zwischen diesen Terminen finden die Viertelfinals, Halbfinals und die Doppel- und Mixed-Endspiele statt. Die genauen Spielzeiten hängen von der Wetterlage ab. Das Spiel auf dem Court Philippe-Chatrier beginnt in der Regel um 11:30 Uhr, gefolgt von zwei weiteren Matches. Der Court Suzanne Lenglen startet um 11:00 Uhr. Eine Pariser Besonderheit: Die „Night Sessions“ auf dem Chatrier beginnen um 21:00 Uhr und stellen eine besondere Herausforderung für die Spieler dar.
Für die Zuschauer vor Ort gibt es viele Attraktionen: Neben den Tennisspielen locken ein Fan-Village, Autogrammstunden und ein gastronomisches Angebot, das von französischen Spezialitäten bis hin zu internationaler Küche reicht. Das Gelände liegt im Bois de Boulogne und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Stimmung in Paris ist jedes Jahr elektrisierend – die Fans sind passionierte Tennisliebhaber, die Spielerinnen und Spieler mit ihrem Wissen und ihrer Begeisterung unterstützen.
Zusammenfassend stehen die French Open 2026 vor der Tür, und die Vorfreude ist riesig. Mit einem starken Teilnehmerfeld, hohen Preisgeldern und einer fast unvergleichlichen Atmosphäre wird das Turnier wieder zu einem Höhepunkt der Tennis-Saison. Bleiben Sie dran für die neuesten Ergebnisse und Geschichten aus Roland Garros.
Source: tennisnet.com News